Mit dieser Satire über die glitzernde Welt der großen Fernsehshows feierte Hape Kerpling 1993 sein Debüt als Regisseur. Im November 2011 wurde „Kein Pardon – Das Musical“ uraufgeführt und lief bis Dezember 2012.

Handlung / Inhaltsangabe

Kein Pardon

Der Film spielt in den 60iger Jahren des 20igsten Jahrhundert. Der Protagonist Peter Schlönzke ist so Mitte 20, wohnt bei seiner Familie (der mürrische Großvater Hermann Schlönzke wird vom genialen Dirk Dautzenberg gespielt). Die Familie betreibt einen Schnittchen-Service, bei dem Peter hin und wieder die Auslieferung übernimmt. Die Familienkonstellation erinnert entfernt an „Ein Herz und eine Seele“ aus den 1970er Jahren.

Etwas unvermittelt meldet ihn seine Mutter bei dem Talentwettbewerb der Show „Witzigkeit kennt keine Grenzen“ an, die vom Star-Moderator Heinz Wäscher geleitet wird, und von der außer der Eingangsszene fast nichts gezeigt wird (aber die hat Ähnlichkeiten „Zum Blauen Bock“, die Heinz Schenk seit 1966 etwa 21 Jahre lang und 134 Mal moderierte).

Er nimmt teil, fällt erwartungsgemäß durch, doch die charmante Tontechnikerin Ulla verschaff ihm einen Job als Kabelträger (und es entwickelt sich eine zaghafte Romanze zwischen den beiden). Von dort arbeitet er sich zum „lustigen Glückshäschen“ hoch, einem „Utensil“ der Show.

Er wird aber von seinem Idol Heinz Wäscher nur schikaniert, und rastet schließlich mitten in der Life-Übertragung der Show aus, schlüpft aus dem Hasen Kostüm, und macht dem arroganten Moderator Vorhaltungen. Das Publikum hält das Ganze für eine inszenierte Einlage, und lacht sich kaputt.

Auch der Programmdirektor findet die Slapstick-Einlage fantastisch, und feuert im Anschluss Heinz Wäscher und besetzt die Position mit Peter.

Nun beginnt der Kometenhafte Aufsteige des Neulings: eigene Show, lukrative Werbeverträge (ausgerechnet Hundefutter), große Villa, etc.

Der Auftritt bei der Talkshow „Sagenhaft“ (mit Talkmasterin Gudrun von Wölk) inklusive des Überraschungsauftritts seiner Großeltern und einer Life-Übertragung aus seinem Elternhaus, entwickelt sich allerdings zum Fiasko.

Es kommt wie es kommen muss: der neue Star entwickelt dieselben Allüren wie sein Vorgänger, und schließlich ereilt ihn auch dessen Schicksal und er wird ersetzt.

Kritik / Review

Kurz & Schmerzlos

Der Film „Kein Pardon“ ist ein Kind seiner Zeit, und wenngleich solide, sicher nicht das Beste, was der Meister des Jakobsweges jemals geschaffen hat. Allerdings erfreut er sich gerade bei der Jugend einer großen Beliebtheit, während Zeitzeugen ihn u.a. wegen der Flachwitze eher in die Klamauk-Ecke schieben.

Bewertung

Der Film erschien 2004 auf DVD, und erhält bei Amazon sehr gute Kritiken (Durchschnittswert 4,7 (von maximal 5 Sternen; 100 Bewertungen); Stand September 2016). Das Rating bei IMDB beträgt 7,3/10 Punkten (1400 Bewertungen).
Der Film wurde mehrfach im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, zuletzt am 22.03.2016 bei der ARD.

Kein Pardon

Der offizielle Trailer

Peter Schlönzke, Schnittchenauslieferer aus dem Ruhrgebiet, ist ein passionierter Fan der angestaubten Unterhaltungssendung "Witzischkeit kennt keine Grenzen".

Über Umwege bekommt der den Job des „lustigen Glückshasen“ und merkt bald, dass Heinz Wäscher arrogant und unfähig ist, seine Kollegen tyrannisiert und sich vom Regisseur Bertram Honig ums Maul schmieren lässt. Als er ihm vor laufender Kamera die Meinung geigt, applaudiert ihm das begeisterte Publikum — das die ganze Szene für einen Teil der Show hält.

Peter erhält einen Vertrag – als Nachfolger Wäschers, der gefeuert wird. Es dauert jedoch nur kurze Zeit, bis er sich die biestigen Eigenschaften seines Vorgängers aneignet.

Hintergründe

Ein paar Details & Anekdoten

Der Film hatte im Februar 1993 Premiere und wurde in dem Jahr von etwa 550.000 Personen im Kino gesehen. Der Film erhielt anfangs kaum positive Bewertungen, entwickelte jedoch über die Jahre Kult-Status und hat inzwischen eine große Fangemeinde.

Mit dem Drehbuchautor und Co-Regisseur Angelo Colagrossi arbeitete Hape Kerpling noch viele Jahre zusammen, allerdings „nur“ als Hauptdarsteller – die Regie gab er ab. So entstanden die Kassenschlager „Samba in Mettmann“ (2004), „Ein Mann, ein Fjord!“ (2008) und „Horst Schlämmer - Isch kandidiere!“ (2009).

Im deutschsprachigen Raum gab es die Satire-Zeitschrift „Pardon“ die von 1961–1982 regelmäßig erschien und eine Auflage von bis zu 320.000 Exemplaren hatte. Sie stand in direkter Konkurrenz zur „Titanic“ und zu „MAD“.
Kurzfristige Wiederbelebungsversuche in den Jahren 2004, 2012 und 2013 scheiterten trotzt der Mitwirkung von Kapazitäten wie Harald Schmidt, Götz Alsmann, Hellmuth Karasek, Dieter Nuhr und Eckart von Hirschhausen.

Zitate

Die besten Zitate aus dem Film

Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon, und wer witzig ist, der hat gut lachen. (Motto der Show)

Frisches Käffchen? Mit Milch? (Karin; die blonde Sekretärin)

Isch kann so net arbeite. (Heinz Wäscher; Ex-Moderator)

Mal was wagen, … das Fernsehen neu beleben, was frisches, ... es ist ja auch der absolute Wahnsinn was wir hier machen (Doris, Regieassistentin)

Großartig, ich bewundere Dein Gespür für Komik (Bertram; Regisseur)

Danke, dass ich dabei sein durfte (Harry Loppmann; Komiker)

Ich liebe mein Publikum, und ich glaube ich darf sagen, mein Publikum liebt mich. (Peter; Moderator)

Ich möchte an dieser Stelle ganz besonders meiner Familie danken, ohne die ich nicht das wäre was ich bin. (Peter; Moderator)

Kein Pardon — Das Musical

Details & Hintergründe

Das Musical hatte seine Welturaufführung am 12. November 2011 im Capitol Theater (Düsseldorf) und lief dort bis zum 31. Dezember 2012.

Die Idee als auch das Buch für das Musical stammen von Komiker Thomas Hermanns. Regie führte der Österreicher Alex Balga ("Miami Nights").

Die Musik aus dem Film wurde durch weitere Lieder (insgesamt 24 Shownummern) aus der Feder von Co-Autor Achim Hagemann („Pavel Popolski“), Thomas Zaufke und Heribert Feckler aufgepeppt. Letztere führt auch als musikalischer Leiter die siebenköpfige Live-Band; deren Repertoire von Broadway-Sound bis zu Rock- und Popklängen reicht.

Das Bühnenbild des Stückes erinnerte an einen Fernseher aus den 1960er Jahren, gemischt mit viel „Glitzer“ und „Ruhrpott“-Charme.

Die Rolle des inzwischen verstorbenen Heinz Schenk übernahm für einige Zeit Dirk Bach, der im Film bereits eine kleinere Nebenrolle hatte.

Zweieinhalb Stunden dauert das Musical "Kein Pardon" und es schließt natürlich mit einem „Happy End“. Die CD mit 20 Titeln ist inzwischen erschienen, allerdings gibt es keine DVD.

Liste der Songs

  1. Ouvertüre  —  02:14
  2. Bottrop Beach (Peter, Ensemble)  —  03:39
  3. Kumpel Nummer Eins (Peter)  —  03:52
  4. Witzigkeit Kennt Keine Grenzen (Heinz Wäscher, Ensemble)  —  00:45
  5. Käffchen! (Karin, Ensemble)  —  03:12
  6. Bottrop Beach - Reprise (Hilde Schlönzke, Oma Schlönzke, Peter)  —  01:29
  7. Fernsehland (Ensemble)  —  03:47
  8. Klingelsturm (Ulla, Peter)  —  03:36
  9. Unser Heinz (Hilde Schlönzke, Oma Schlönzke, Bertram u.a.)  —  03:27
  10. Kumpel Nummer Eins - Reprise (Peter)  —  01:03
  11. Witzigkeit Kennt Keine Grenzen (Heinz Wäscher, Peter, Ensemble)  —  01:49
  12. Lass Heinz Ran! (Heinz Wäscher, Ensemble)  —  06:28
  13. Ab Jetzt Ein Star (Doris, Ensemble)  —  04:08
  14. Wild Und Frei (Ulla, Peter)  —  02:59
  15. Mein Sohn Ist Beim Fernsehen (Hilde Schlönzke, Oma Schlönzke, Peter)  —  02:48
  16. Mein Sohn Ist Beim Fernsehen - Reprise (Hilde Schlönzke, Oma Schlönzke)  —  01:31
  17. Kein Pardon (Peter, Hilde Schlönzke)  —  04:30
  18. Dat Wär Doch Gelacht (Opa Schlönzke)  —  02:17
  19. Willkommen Beim Fernsehen (Peter)  —  02:58
  20. Das Ganze Leben Ist Ein Quiz / Finale (Ensemble)  —  03:02
Kein Pardon! — Film & Musical